Siegen - „Nie wieder ist jetzt“ - diese Worte waren 2023 zum 85. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 vielerorts zu hören. Doch wie sieht es in Deutschland im Jahr 2026 aus?
Heute, am dritten Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel, erreichte mich die emotionale Nachricht einer jungen jüdischen Mutter, die mit einem deutschen Christen verheiratet ist. Anlass waren die Kommentare unter einem meiner Beiträge, in dem ich ein Fahndungsbild zweier junger Männer geteilt hatte. Sie sollen mutmaßlich einen Düsseldorfer Mann mit Kippa und einem Pullover mit IDF-Symbol zusammengeschlagen haben. Das Tragen eines solchen Symbols mag manche provozieren. Es ist aber kein Grund, einen Menschen zu verprügeln.
Die Mutter schildert, dass Menschen aus ihrem Umfeld aus Angst ihren Davidstern verstecken. Sie und ihr Mann sprechen mit ihrer Tochter darüber, wo die Familie frei leben könnte. Solche Nachrichten dürfen nicht unbeachtet bleiben. Wir müssen über sie sprechen.
Auch in Berlin wird über den Umgang mit Antisemitismus in Teilen der Linkspartei debattiert. Antisemitismus muss überall klar benannt und verurteilt werden – unabhängig davon, aus welchem politischen Lager er kommt. Kritik an der israelischen Regierung ist legitim. Antisemitische Äußerungen werden aber nicht dadurch akzeptabel, dass man sie als Antizionismus bezeichnet. Wer Rechtsextremismus bekämpft, muss denselben Maßstab auch bei linkem Antisemitismus anlegen.
Als Landesvorsitzender der FREIEN WÄHLER NRW, als Vater und als Christ sage ich klar: „In Deutschland darf kein Mensch wegen seiner Religion beleidigt, bespuckt oder angegriffen werden.“ Ich fordere die Landesregierung auf, jüdische Menschen und Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen wirksam zu schützen, antisemitische Straftaten konsequent zu verfolgen und Präventionsarbeit zu stärken.
Wir tragen gemeinsam Verantwortung für unsere Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde und Familien. „Nie wieder ist jetzt“ ist mehr als ein Satz. Gemeinsam mit meinem Vorstand und unseren Mitgliedern werde ich dafür eintreten, dass wir in einem sichereren Deutschland leben.